Foto: Katja Fröhlich (von links: Bgm. A.D. Michael Rosner, Renate Knaut, Bgm. Marianne Krohnen, Manuel Lopez Marin)

50 Jahre vhs Kahlgrund-Spessart


Ein Bericht von Michael Rosner

50 Jahre »Lebenslanges Lernen« - Volkshochschule Kahlgrund-Spessart - »Offenheit, Kommunalität und Pluralität«


Am 17. Juni 1970 auf Initiative des CSU-Ortsverbandes Mömbris gegründet feierte die Volkshochschule Kahlgrund-Spessart mit zweijähriger Verzögerung einen ganzen Tag in und um das Ivo-Zeiger-Haus. Schon mehrfach wurden Anläufe unternommen, aber die Corona-bedingten Einschränkungen machten alle Planungen zunichte.

Die Vorsitzende und Geiselbachs Bürgermeisterin Marianne Krohnen, die seit 30. September 2021 die Vhs führt, begrüßte ihre Zuhörerschar, die von den Mitgliedern der Frauen-Union und den Mitarbeitenden der vhs-Verwaltung bewirtet wurden, im gut besetzten Saal.

Ehrenvorsitzender Michael Rosner gab umfangreich recherchierte Einblicke in die 50-jährige Chronik der zwischenzeitlich größten Bildungseinrichtung innerhalb des Landkreises Aschaffenburg. Der anwesende Mitinitiator Peter T. Welte hielt in seinen überlieferten Ausführungen fest, dass in den ersten Jahrzehnten Geldsorgen für den Verein ständige Begleiter waren. Obwohl das Volkshochschulwesen Verfassungsrang besitzt und zu den originären Pflichtaufgaben der Gemeinden zählt, hielten sich die Kommunen zurück. Deshalb war auch eine kommunale Vhs über das »KommZG« nicht durchführbar, um das Angebot für die »Bildungswilligen« erschwinglich zu halten. Die Macher der ersten Stunde war Dr. med Rolf Gerber aus Mensengesäß, sein Nachfolger Dr. rer. nat. Rudolf Fahnenstich, der mit seinen 95 Jahren die Feier besuchte und ab 1975 Peter T. Welte hatte zum Teil einen nicht einfachen Stand. 1978 stand die Vhs sogar vor der Entscheidung, sich nur noch auf den Raum Mömbris zu beschränken, denn schließlich war die Marktgemeinde der einzige Zuschussgeber. Mit Anton Reising konnte 1981 ein politischer »Hochkaräter« als Vorsitzender gewonnen werden. Der 04. Dezember 1995 war für die Vhs ein besonderes Datum. Auf Initiative von Dr. Gerhard Engel beschloss der Kreistag bei elf Gegenstimmen eine jährliche Förderung in einer Höhe von 4,80 DM (2,45 Euro), bei der die Einwohnerzahl zugrunde gelegt wurde.

Anton Reising brach in der Mitgliederversammlung der Volkshochschule, die am 17. Juli 1996 abgehalten wurde, zusammen und verstarb. Sein Amt übernahm die stellvertretende Landrätin Rosel Heeg. Mit Ausscheiden von Werner Köhler, dem geschäftsführenden Leiter, Mitbegründer und Mitinitiator, fiel zum 01. Dezember 2000 die Entscheidung, das Arbeitsfeld sei nur noch mit hauptamtlichen Kräften, Harald Rosenberger und Claudia Eich, zu bewältigen. Als Rosel Heeg am 25. Dezember 2008 verstarb, wurde Michael Rosner zum Vorsitzenden gewählt. Seit 01. Oktober 2019 ist Manuel Lopez Marin in der geschäftsführenden Verantwortung, der sich in den verwaltungsintensiven Corona-Zeiten bestens bewährte.

Grußworte überbrachten Felix Wissel als Bürgermeister der »Sitzgemeinde« wie auch Landrat Dr. Alexander Legler. Sogar Renate Knaut, Vorsitzende der unterfränkischen Volkshochschulen trat die weite Reise aus dem Grabfeld an und wartete mit einem Olivenbaum als Geschenk auf. Dr. Christian Hörmann, Vorsitzender des Bayerischen Volkshochschulverbandes wurde live aus München zugeschaltet. Ein historischer Film vermittelte anschauliche Einblick in das Wirken der Verantwortlichen Mitte der 70-er Jahre.

Der Männerchor Westerngrund umrahmte die Veranstaltung musikalisch. Bestens aufgelegt war Anni Christ-Dahm mit ihrer Sketsch-Aufführung, die es auf ihre Weise verstand, die Volkshochschule aus einem ganz anderen Blickwinkel zu betrachten. Eine Talkrunde, die leider etwas zu kurz kam, offenbarte unterschiedliche Meinungen zum Thema »Lebenslanges Lernen und Bildungsgerechtigkeit«. Landrat Dr. Alexander Legler zeigte sich nicht abgeneigt, »über eine Anhebung des Landkreiszuschusses nachzudenken.«


(Text: Michael Rosner)


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